Vermögensaufbau: So wirst du in 11 Schritten reich!

Großes Vermögen bringt große Verantwortung. Geld bringt viele Möglichkeiten, Vorteile und für den ein oder anderen bestimmt auch einige Nachteile mit sich. Das kennst du bestimmt schon, aber darum geht es heute auch nicht.

In diesem Artikel zeigen wir dir, dass es gar nicht so schwer sein muss, wirklich vermögend zu werden. Du musst dafür weder deinen Job aufgeben, selbständig werden oder auf deine Freizeit verzichten. Heute geht es um langfristigen und risikoarmen Vermögensaufbau, ohne ein Meister des Verzichts zu werden.


Was bedeutet “vermögend sein” überhaupt?

Jeder von uns hat ein klares Bild vor Augen, wenn er an ”Vermögende” denkt. Was bedeutet es für dich, vermögend zu sein? Vielleicht denkst du an einen gewissen Lebensstil, eine bestimmte Summe auf deinem Konto oder einen Betrag, der dir monatlich zur Verfügung steht. Es gibt keine falsche Antwort, es geht schließlich um dein Vermögen. Notiere dir dein Ziel möglichst genau und lass uns beginnen.

Tipp: Gehe unsere Anleitung am besten Schritt-für-Schritt durch. Nimm’ dir für die einzelnen Punkte genug Zeit, dann kann nicht mehr viel schief gehen.


Zielsetzung und Verständnis


Schritt 1: Teilziele setzen

Um Vermögensaufbau langfristig erfolgreich zu betreiben, ist es hilfreich, wenn du dein notiertes Ziel in kleinere Zwischenschritte aufteilst. So kannst du zum einen besser analysieren, wie gut du vorankommst und zum anderen kannst du dich dadurch sehr gut motivieren. Mit jedem Teilziel, das du erreichst, kletterst du eine Stufe nach oben und kommst deinem großen Ziel ein kleines Stück näher. Dein erstes Ziel ist im Idealfall eine kleinere Herausforderung, die du relativ kurzfristig erreichen kannst, aber doch fordernd für dich klingt. Wenn dein großes Ziel zum Beispiel bei einer Million Euro liegt, könnte dein erstes kleines Ziel sein, ein kleines Vermögen von 10.000 Euro aufzubauen.


Schritt 2: Vermögensaufbau verstehen

steigender ChartWir verstehen Vermögensaufbau nicht als eine Einschränkung unseres Lebensstils. Für uns geht es in diesem Artikel nicht um ein möglichst minimalistisches Leben, das dafür gedacht ist, möglichen Nachkommen ein hohes Erbe zu hinterlassen. Vielmehr setzen wir den Begriff mit einem bewussteren Lebensstil gleich, der langfristig ein freies, selbstbestimmteres Leben ermöglichen soll. Sei dir bewusst, dass du Vermögensaufbau in erster Linie machst, um dir deine eigenen Träume zu erfüllen. Hast du das verinnerlicht, kannst du mit der Praxis loslegen.


Ausgaben reduzieren und sparen


Schritt 3: Konsum verstehen und Ausgaben optimieren

Zunächst konzentrieren wir uns auf deine unnötigen Ausgaben. Wenn du weniger Geld ausgibst, hast du natürlich auch mehr für deinen Vermögensaufbau zur Verfügung. Überlege zunächst, ob alle Versicherungen, für die du bezahlst noch sinnvoll für dich sind und kündige diese im Zweifelsfall. Als nächstes solltest du dir deine Kreditkarten ansehen: Gegen eine Visa-Karte die dir Online Shopping ermöglicht, ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Nutzt du deine Kreditkarte hingegen, um Konsumschulden anzuhäufen, solltest du dich besser von dieser trennen. Ein effektiver Jahreszins von 14% und mehr ist hierbei nicht unüblich und machen Konsumschulden extrem unattraktiv für dich.


Schritt 4: Kontoauszug analysieren

Um ein besseres Bewusstsein für dein Ausgabeverhalten zu entwickeln, solltest du damit anfangen, deine monatlichen Kontoauszüge zu analysieren. Sieh dir deine Ausgaben an und überlege, ob diese deiner Meinung nach in Ordnung sind. Es ist nicht notwendig, dass du deine Ausgaben minimal hältst. Du solltest dir lediglich überlegen, ob du selbst mit deiner Art zu haushalten einverstanden bist. Hier geht es vor allem um ein Bewusstsein über deine Ausgaben und ein besseres Verständnis von Geld. Viele Deutsche investieren viel Zeit und Sprit darin, Benzinpreise zu vergleichen, um 2 bis 5 Euro bei einem vollen Tank zu sparen. Gehe schlau vor und überlege dir, ob es dir das wert ist oder ob hier nicht vielleicht am falschen Ende gespart wird. Erfolgreicher Vermögensaufbau befasst sich zu einem großen Teil damit, über Geld im Allgemeinen nachzudenken.


Schritt 5: Budget festlegen

Nachdem du ein Bewusstsein für deine Ausgaben entwickelt hast, kannst du dich um die Erstellung eines Budgets kümmern. Du kannst zwischen folgenden Ausgaben unterscheiden:


1. Ausgabeklasse: Fixe Ausgaben

Am besten beginnst du mit deinen Fixkosten. Diese erkennst du daran, dass sie sich regelmäßig wiederholen. So zählt zum Beispiel ein Handyvertrag oder deine monatliche Miete zu deinen Fixkosten. Wenn du jährliche Fixkosten hast, berechne, wie viel dich diese monatlich kosten und notiere dir, wieviel du monatlich an Fixkosten bezahlst.

Beispiele für Fixkosten sind:
• Kreditraten
• Miete
• Versicherungen
• Rundfunkgebühren
• Energie
• Wasser
• Abwasser
• Vereinsbeiträge
• Kfz-Steuer
• Leasingraten


2. Ausgabeklasse: Variabler Grundbedarf

Die Variablen Kosten sind nicht ganz so leicht auszumachen. Sie unterscheiden sich monatlich und können stark schwanken. Die variablen Ausgaben des Grundbedarfs sind nicht vermeidbar, jedoch auch nicht konstant. Sie können bis zu einem gewissen Punkt variieren. Versuche dir zu notieren, wie viel du für variable Ausgaben des Grundbedarfs ausgeben möchtest.

Beispiele für variable Kosten sind:
• Lebensmittel
• Hygiene
• Kleidung (und Wäsche)
• Arzneimittel und Medizin


3. Ausgabeklasse: Sparrate / Sparquote

Als nächstes kannst du dir eine Sparrate festlegen. Du könntest damit anfangen, 10 % deines monatlichen Nettoeinkommens zu sparen und dich langsam steigern, wenn es dir leicht fällt. Wenn du eine Sparrate für den Monat festgelegt hast, solltest du dich wirklich daran halten. Nichts ist demotivierender, als ein Rückschlag. Übrigens: Die höchsten Sparquoten erreichen meist sogenannte Minimalisten. Die besten Verzichter bringen es auf eine Sparquote von 40 bis 60 %.


4. Ausgabeklasse: Variable Ausgaben (Wahlbedarf) / Spaßausgaben

Den Rest deines Einkommens kannst du für variable Ausgaben des Wahlbedarfs verwenden. Häufig werden diese auch als Spaßausgaben bezeichnet. Diese entstehen optional und könnten auch gänzlich vermieden werden. Achte darauf, dass deine Spaßausgaben nicht zu kurz kommen. Vermögensaufbau ist ein Marathon, mache keinen Sprint daraus und halte dich mit Spaßausgaben motiviert..

Beispiele für Spaßausgaben sind:
• Freizeitaktivitäten
• Kinobesuche
• Genussmittel
• Urlaub
• Zweitwagen
• Luxusartikel

Streng genommen sind Strom- und Wasserkosten meist variable Kosten, jedoch bevorzugen wir es, diese als Fixkosten zu betrachten, auch wenn sie sich monatlich unterscheiden können.

Du kannst dein Budget natürlich beliebig oft anpassen. Auch fixe Ausgaben können sich ständig ändern. Es empfiehlt sich, seine Budgetierung beispielsweise im Falle eines Umzugs zu aktualisieren.

Wenn du es dir einfach machen willst, kannst du dir hier unseren Artikel zur 50-30-20 Regel ansehen. Dort erklären wir dir ein alternatives System, mit dem du auch ohne großen Aufwand haushalten kannst. Außerdem gibt es in dem angesprochenen Artikel noch eine kleine Geschichte zum Zinseszins. Vorbeischauen lohnt sich also!


Schritt 6: Verschiedene Konten einrichten

Dein festgelegtes Budget bringt dir natürlich nicht viel, wenn du dich nicht daran hältst. Wenn du nur ein einziges Bankkonto hast, kann es sehr schwer werden, dich an dein Budget zu halten. Dafür ist eine sehr gute Organisation nötig. Mehrere Konten stellen eine gute Möglichkeit für dich dar, die Einhaltung deines Budgets zu vereinfachen. Ein Konto für jede der 4 unterschiedlichen Ausgabensarten wäre hierbei ideal. Wenn dir das zu umständlich ist, könntest du auch deine fixen und variablen Ausgaben auch in einem Konto zusammenfassen. Du solltest allerdings dein eigenes “Sparkonto” und dein eigenes “Spaßkonto” haben, sonst bringt die ganze Budgetierung wahrscheinlich nicht viel. Sobald du dir mehrere Konten eingerichtet hast, kannst du dir jeweils einen Dauerauftrag für jedes deiner Konten einrichten. Beispiel: Wenn du dich für eine Sparquote in Höhe von 10 % deines Nettoeinkommens entschieden hast, erstellst du einen Dauerauftrag, der 10 % deines Nettoeinkommens monatlich an dein Sparkonto überträgt.


Schritt 7: Rücklagen bilden

Um mit möglichst wenig Risiko mit dem Investieren loszulegen, solltest du dir zunächst ein Finanzpolster aufbauen. Dein Finanzpolster sollte kurzfristig liquidierbar sein, das bedeutet, du solltest in kurzer Zeit auf das Geld zurückgreifen können ohne vorübergehende Kursverluste realisieren zu müssen. Dein Finanzpolster ist eine Rücklage für schlechte Zeiten. Dadurch kannst du es dir im schlimmsten Fall beispielsweise leisten, deinen Job unvorhergesehen zu verlieren. Eine gutes Finanzpolster setzt sich aus 3 bis 6 Monatsgehältern zusammen und liegt zugriffsbereit auf deinem Girokonto. Um dir nicht den Spaß am Vermögensaufbau zu nehmen, kannst du die Hälfte deiner Sparrate zum Aufbau deiner Rücklage verwenden. Mit der anderen Hälfte kannst du bereits deine erste Schritte im Vermögensaufbau beschreiten. Deine Rücklage verwendest du am besten für echte Notfälle. Nutze sie nicht, um dir einen Urlaub zu finanzieren.


Investieren

Investoren arbeiten nicht für Geld, sie lassen lieber das Geld für sie arbeiten. Die Weltwirtschaft wächst im Grunde stetig und durch gute Investments kannst du dich daran beteiligen. Sehr viele Anleger sind viel zu emotional, wenn es an die Auswahl von Vermögenswerten geht. Du solltest dich niemals von Emotionen leiten lassen und in nichts investieren, das du nicht verstehst. Das klingt vielleicht einschüchternd, aber Investieren kann großen Spaß machen und sehr lohnenswert sein. Wenn du rational und langfristig denkst und in schlechten Marktphasen einen kühlen Kopf bewahrst, bist du den meisten Anlegern bei Weitem voraus. Sei dir trotzdem des Risikos des Investierens bewusst und werde nicht überheblich. Investieren ist nicht schwer. Ob Rohstoffe, Edelmetalle, Unternehmensanteile, Kredite, Fremdwährungen, Immobilien, Parkplätze, Grundstücke, Antiquitäten, Gemälde, Skulpturen, Luxusuhren, Oldtimer oder sogar Sammelkarten - Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du dein Geld anlegen und möglicherweise vermehren kannst. Dein Portfolio setzt sich aus all deinen Vermögenswerten zusammen.

Du liest diesen Artikel nicht, um am Ende mehr Fragen als Antworten zu haben. Wir nehmen dich an die Hand und zeigen dir, wie dein Portfolio aussehen könnte und wovor du dich in Acht nehmen solltest.

Als Neuling kann es ziemlich schwer sein, sich in der Finanzwelt zurechtzufinden. Das bedeutet nicht, dass du nicht auch als Anfänger erfolgreich investieren kannst. Zu Beginn könntest du dir Gedanken machen, wie du dein Portfolio strukturieren möchtest. Welche Anlageklassen du zu welchem Teil in dein Portfolio mit aufnehmen möchtest, bleibt natürlich dir überlassen. Grundsätzlich gilt: Anlageklassen mit Aussicht auf hohe Rendite bergen meist auch ein höheres Verlustrisiko.


Schritt 8: Investieren verstehen

Stapel Goldmünzen und auf der Linkenseite, etwas unscharf, eine UhrInvestieren heißt anlegen. Eigentlich ganz einfach, doch dahinter steckt bedeutend mehr. Im Grunde ist jeder Arbeitseinsatz, den wir erbringen, und jeder Kauf, den wir tätigen, eine Investition. So wird das auch von vielen gesehen, allerdings ist dieser Grundsatz nicht gerade förderlich, wenn es um Kapitalvermehrung geht. Bei deinem Sparkonto solltest du dich auf “echte” Investments fokussieren, die dir auch etwas bringen. Wir konzentrieren uns in diesem Artikel nicht auf Konsumgegenstände und Luxusgüter, sondern auf Anlagemöglichkeiten, die dem Kapitalerhalt oder dem Vermögensaufbau dienen.

Das wichtigste Instrument zum Vermögensaufbau ist der Zinseszins. Dieser funktioniert folgendermaßen: Durch gute Investments erwirtschaftest du eine Rendite auf dein Eigenkapital. Diese Rendite, summiert mit deinem eingesetzten Kapital, ergibt dein “neues Kapital” mit dem du weiter investieren kannst. Bei gleichbleibender Rendite steigert der Zinseszins dein Kapital exponentiell. Lange hielt sich das Gerücht, dass Albert Einstein den Zinseszins als die stärkste Kraft des Universums bezeichnet hätte. Heute weiß man, dass dies vermutlich nicht so war. Trotzdem gilt der Zinseszins unter vielen als “8. Weltwunder”. Beispiel: Der MSCI World ETF hatte in der Vergangenheit über einen längeren Zeitraum von mehreren Jahren eine Rendite von ca. 8%. Im Beispiel wird davon ausgegangen, dass sich die Unternehmen die im MSCI World ETF enthalten sind, weiterhin entwickeln wie in den letzten Jahrzehnten. Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Rendite von 8%. Wenn du heute 1.000 € in den MSCI World ETF investieren würdest, hättest du bei einer Durchschnittsrendite von 8% nach einem Jahr 80€ Gewinn erwirtschaftest. Wenn du deinen erzielten Gewinn weiterhin für dich arbeiten lässt, liegt deine Position nach 5 Jahren bei 1.469 €. Nach 10 Jahren wärst du bei 2.158 € und nach 20 Jahren bereits bei 4.660 €. Nach 30 Jahren hättest du dein Kapital bereits verzehnfacht. Du wärst dann bei 10.062 € und könntest jährlich über 800 € Kapitalzuwachs verbuchen. Bei einer Inflation von im Schnitt 1,6 % (Schnitt der letzten 10 Jahre) hättest du damit eine Kaufkraft, die du heute mit 6.249 € hast. Zum Vergleich: Lässt du das Geld bei aktuellem Zinsniveau auf deinem Bankkonto, hättest du nach derselben Inflationsrate eine Kaufkraft von 621 €. Beunruhigend, oder? Du kannst natürlich stärker vom Zinseszins profitieren, wenn du so früh wie möglich anfängst zu investieren.


Schritt 9: Portfolio strukturieren

Für den Anfang solltest du dir überlegen, wie du dein Portfolio strukturieren möchtest. Dieser Schritt ist sehr wichtig und sollte gut überlegt sein, da über 90 Prozent des Anlageerfolgs von der richtigen Streuung der Anlageklassen abhängen. Es gibt Anlageklassen, die für den Anfang besser geeignet sind, als andere. Wir haben dir eine kleine Übersicht an verschiedenen Anlageklassen zusammengestellt:

•Cash: Cash, bzw. Kapital ist die geläufigste Anlageklasse. Dein Finanzpolster hat nichts mit dem Geld in deinem Portfolio zu tun. Der Vorteil von Kapital liegt nicht in seiner Rendite, sondern in seinem Potenzial. Im Falle eines Crashes kannst du mit ausreichend Kapital attraktive Vermögenswerte günstiger nachkaufen. Der Cash-Anteil eines guten Portfolios hängt stark von der Stimmung an den Finanzmärkten ab. Im besten Fall hast du dank deinem Kapital eine Möglichkeit, attraktive Gelegenheiten wahrzunehmen ohne dafür andere Vermögenswerte zu verkaufen. Mit einer starken Cash-Position kannst du diesen Anfängerfehler vermeiden.

Portfolio•Aktien: Mithilfe von Aktien kannst du dich an Unternehmen beteiligen. Wenn ein Unternehmen im Wert steigt, steigt auch der Preis, den Käufer bereit sind für eine Aktie zu bezahlen. Zusätzlich kannst du an Gewinnen, die das Unternehmen in Form von Dividenden an die Aktionäre ausschüttet profitieren. Aktien werden täglich an Börsen gehandelt. Käufer geben an, zu welchem Preis sie eine Aktie kaufen möchten, während Verkäufer den Preis, für den sie eine Aktie verkaufen möchten festlegen. So werden Aktien weltweit im Sekundentakt gehandelt. Aktien gelten generell als riskante Anlageklasse, ermöglichen im Umkehrschluss aber auch sehr hohe Renditen.

•P2P-Kredite: Peer-to-Peer-Kredite konnten sich durch sehr gute Renditen in den letzten Jahren durchsetzen. Bei einem Peer-to-Peer-Kredit handelt es sich um einen Kredit, der direkt an Privatpersonen gegeben werden, ohne dass sich zum Beispiel eine Bank daran beteiligt. Über entsprechende Plattformen kannst du in P2P-Kredite investieren. Um das Risiko möglichst klein zu halten, solltest du das Geld, das du in P2P-Kredite investieren möchtest auf verschieden Plattformen aufteilen. So kannst du dein Risiko besser streuen und bist nicht von den Bestimmungen einer Plattform abhängig.

•Exchange Traded Funds, ETFs: ETFs bilden Aktienindizes ab. So enthält der Deutsche Aktienindex DAX beispielsweise die 30 größten deutschen börsengehandelten Unternehmen und spiegelt ihre Performance wieder. Durch ETFs hast du auch als Kleinanleger die Möglichkeit in viele Einzelaktien zu investieren. Es gibt zahlreiche ETFs, die beispielsweise eine gewisse Branche oder die größten Unternehmen eines Landes beinhalten. Wenn du der Meinung bist, die amerikanische Wirtschaft wird in den nächsten Jahren wachsen, könntest du beispielsweise den S&P 500 in dein Portfolio aufnehmen. Dieser beinhaltet die 500 börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen und steigt, wenn diese an Wert zulegen.

Für den Anfang könnte der MSCI World für dich interessant sein. Er spiegelt über 1600 Aktien in 23 verschiedenen Ländern wider und bildet 88% der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Aus diesem Grund und wegen seiner starken Langzeit-Performance ist er sehr beliebt unter Anlegern. Durch ETFs kannst du auch in Aktien investieren, ohne dich detailliert mit den einzelnen Unternehmen auseinandersetzen zu müssen. ETFs sind weniger riskant als Einzelaktien, sind aber kurzfristig dennoch relativ riskant.

Tipp: Investiere nicht zu viel Kapital in einen einzelnen Kreditnehmer, sondern finanziere lieber viele Kredite mit kleinen Beträgen mit. So musst du dir keine großen Sorgen machen, wenn ein einzelner Kredit nicht zurückgezahlt werden kann.

•Immobilien: Immobilien sind eine sehr interessante Anlagemöglichkeit, wenn dein Portfolio eine gewisse Größe überschritten hat. Bei Immobilien kannst du nicht nur durch Wertsteigerung profitieren, sondern deine Rendite auch durch Mieteinnahmen steigern. Immobilien sind für viele Investoren durch die Möglichkeit einer Fremdfinanzierung relevant, durch den geringeren Einsatz von Eigenkapital kann die Rendite gehebelt werden. Eine Fremdfinanzierung macht die Investition in Immobilien potenziell sehr lohnenswert, allerdings auch wesentlich riskanter, als eine durch Eigenkapital finanzierte vermietete Eigentumswohnung.

•Staatsanleihen: Anleihen sind im Grunde selbsterklärend. Staaten leihen sich durch den Verkauf von Anleihen Geld von Investoren. Im Gegenzug erhalten Investoren zu einem späteren Zeitpunkt ihr bereitgestelltes Kapital plus Zinsen zurück. Der Zinssatz hängt dabei vom Rating ab, das die Staaten von sogenannten Ratingagenturen erhalten. Wenn ein Staat ein gutes Rating erhalten hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Anlage mit vereinbartem Zinssatz zurückerhältst, dafür wird der angebotene Zinssatz tiefer liegen. Staatsanleihen gelten als relativ sichere Anlage, bringen aber in der Regel keine sonderlich hohe Rendite mit sich.

•Edelmetalle: Edelmetalle sind in einem Portfolio meist nicht für die Rendite zuständig sondern stellen eine gewisse Sicherheit dar. Im Gegensatz zu Währungen sind sie nicht unendlich reproduzierbar. Viele Investoren legen einen Teil ihres Kapitals in Edelmetallen an, um sich vor Krisen zu schützen. Im Falle einer echten Weltwirtschaftskrise mobilisieren sie ihren Gold- und Silberbestand und kaufen sich Immobilien und Grundstücke zu Spottpreisen. Zwei der beliebtesten Edelmetalle sind Gold und Silber. Edelmetalle kannst du physisch oder in Form von Zertifikaten, die den Kurs abbilden, kaufen. Viele Investoren bevorzugen es, physische Edelmetalle zu besitzen, während für Spekulanten Zertifikate interessanter und weniger aufwendig sein könnten.

Um zu Investieren ist es nicht zwingend notwendig, sich mit den einzelnen Anlageklassen zu beschäftigen. Vor allem private Anleger wenden sich gerne an den Bänker ihres Vertrauens, wenn es darum geht, sich ein eigenes Portfolio aufzubauen. Warum das unserer Meinung nach nicht die beste Idee ist, erklären wir dir im nächsten Schritt.


Schritt 10: Depot eröffnen

Mail- + Telephonsymbol, schwebend in einr HandEs ist durchaus möglich, dass sich dein Bänker dafür interessiert, dass du in gute Anlagen investierst und langfristig davon profitierst. Da Banken allerdings hauptsächlich mit dem Abwickeln von Finanztransaktionen Geld verdienen, ist eine starke Rendite für den Kunden meist nicht das erstrangige Ziel eines Bänkers. Durch diesen starken Interessenskonflikt ist die Bank nicht die erste Wahl für uns, wenn es ums investieren geht. Glücklicherweise gibt es mittlerweile sehr gute Alternative Möglichkeiten, auch ohne Bankberater zu investieren. Die Rede ist vom Online Banking, welches den Bänker als Mittelmann umgeht. Online Banking und Online Broker ermöglichen es dir, deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und gibt dir die Sicherheit, dass du in deinen Interessen handelst.

Wenn du dir unsicher bist, woran du einen guten Online Broker erkennst, kannst du dir gerne unsere Review zum Online Broker Trade Republic ansehen. Dort gehen wir auf die Vor- und Nachteile des Smartphone-Brokers ein. Sieh' dir an, auf welche Punkte wir wert legen und lerne, worauf du bei der Auswahl des zu dir passenden Brokers achten solltest.


Schritt 11: Erspartes investieren

Ausgestattet mit einem Depotkonto kannst du nun mit dem investieren loslegen. Aktien und ETFs sind kurzfristig sehr volatil, das bedeutet, dass der Preis, den du dafür bezahlst im Sekundentakt schwankt. Ein guter Einstiegspunkt ist vor allem für Anfänger sehr schwierig zu erkennen. Um zu vermeiden, dass du dein gesamtes Investment an einem Hochpunkt tätigst und die unvorhergesehene Konjunktur ausbaden musst, kannst du dir den Cost-Average-Effect (Durchschnittskosteneffekt) zu nutze machen. Anstatt beispielsweise 1.000 € auf einmal in eine Einzelaktie oder einen ETF zu investieren, investierst du 100 € monatlich. Dadurch brauchst du dich nicht um Schwankungen zu kümmern und profitierst von langfristigem Wachstum. Im Grundsatz gilt: Je volatiler eine Anlageklasse, desto sinnvoller ist der Cost-Average-Effect. In diesem Schritteplan geht es darum, mit möglichst wenig Aufwand Vermögen aufzubauen. Um den Cost-Average-Effect für dich zu nutzen, ohne monatlich aktiv zu investieren, hast du die Möglichkeit eines Sparplans.

Das wars auch schon. Nun kennst du das Prinzip des langfristigen Vermögensaufbaus. Du siehst: Vermögensaufbau ist gar nicht so komplex. Wenn du den Artikel bis hierhin gelesen hast, ist das Thema für dich vermutlich interessant. Als Belohnung haben wir dir noch einige zusätzliche Tipps aufgelistet.


Bonustipps:

Lerne etwas über Steuern

Investoren genießen viele steuerliche Vorteile, die sich natürlich nur nutzen lassen, wenn man sich auch mit Steuern auskennt. Das Thema ist trocken und anstrengend, aber im Grunde relativ einfach zu verstehen. Auf jeden Fall lohnt es sich, sich damit zu befassen und seine eigenen Steuern zu optimieren. Steuern sind Ausgaben, die die Rendite mindern und im besten Fall kannst du diese möglichst gering halten.


Investiere in dich selbst (Humankapital)

Dein Humankapital bringt dir immer noch die höchste Rendite. Ein gutes Buch, ein Online-Kurs zu einem interessanten Thema oder auch ein Seminar sind die besten Investitionen, die du machen kannst. Die Rendite eines guten Buches lässt sich leider nicht messen - Das ist wohl auch der Grund, weshalb viele den Wert solcher Weiterbildungsmöglichkeiten verkennen. Mache diesen Fehler nicht und sei klug genug, in dich selbst zu investieren. Tatsächlich ist es so, dass dir das kombinierte Wissen aus zwei Büchern, die Ansichten zweier Autoren zu einem Thema, ganz neue Erkenntnisse liefern können.


Vertraue nicht auf Finanzgurus

Bilde dir deine eigene Meinung und lasse dich nur mit überzeugenden Argumenten von dieser abbringen. Auch wenn es Finanzgurus gibt, die anderer Meinung sind: Niemand kann in die Zukunft sehen und den Kurs einer bestimmten Aktie vorhersagen. Lass’ dir gerne Tipps von Anderen geben, höre aber nicht auf Kaufempfehlungen. Wenn du eine Anlage kaufst, dann solltest du das tun, weil du selbst überzeugt davon bist, dass du daran profitierst und dir ein Szenario überlegt hast, in dem du diese verkaufen möchtest. Du solltest nicht nur in eine Anlage investieren, weil du ein Youtube-Video darüber gesehen hast. Halte dich außerdem fern von Artikeln, die die “Top 10 Aktien für das kommende Jahr” präsentieren. Davon profitierst du in den seltensten Fällen. Sei offen für Ratschläge, aber hinterfrage diese immer, egal wer sie dir erteilt.


Wir hoffen, dass du hier fündig geworden bist und wünschen viel Erfolg beim Umsetzen.

-Money Jungle-
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