3 Ideen und 4 Strategien für ein starkes Anfängerportfolio

Richtig Geld anlegen: 3 Portfolioideen und 4 inspirierende Strategien dazu

Sparen lohnt sich nicht mehr. Diesen Eindruck kann in Zeiten der Null-Zins-Politik durchaus entstehen. Wenn Sparer nur noch dabei zusehen können, wie die Inflation ihr Kapital dahinrafft, kann schnell Demotivation aufkommen. Dass sich sparen nicht mehr lohnt, ist natürlich trotzdem nicht richtig. Um aber wirklich von seinen Anlagen zu profitieren, sollte man sich allerdings nach alternativen Anlagemöglichkeiten zum Girokonto umsehen.

Als Anfänger kann die Vielzahl an Anlagemöglichkeiten schnell überfordern. Viele halten das Thema für komplexer als es ist. Nicht selten heißt es im Volksmund auch, dass sich investieren erst ab einem gewissen Betrag lohnt. Dieses und viele weitere Gerüchte sorgen dafür, dass kleine Sparer die Börse meiden. Alles, was im Entferntesten mit Geldanlage zu tun hat, ist anscheinend nichts für den kleinen Mann. Wer sich in das Thema einliest und die Grundlagen versteht, weiß aber: Das ist keineswegs so!

MoneyJungle präsentiert: 3 Ideen und 4 Strategien für ein starkes Anfängerportfolio


Alternativen suche Heutzutage ist Investieren auch mit sehr kleinen Beträgen möglich. Selbst mit 25 Euro im Monat kann sich das investieren auszahlen. So kannst du deinen Einstieg ins Anlegen auch mit kleineren Beträgen wagen.

Viele machen sich auch bereits Gedanken zum Anlegen, lesen Bücher zum Thema und informieren sich über die Anfänge großer Investoren. Das ist auch gut so! Beim eigenen Portfolio herrscht dann aber doch des öfteren Unmut. In diesem Artikel stellen wir dir deshalb drei Portfolios und vier dazu passende Strategien vor. Diese sind sowohl für Anfänger, als auch für fortgeschrittene Anleger interessant. Hoffentlich können wir dich mit einer unserer Ideen inspirieren oder dir eine weitere Perspektive aufzeigen.

Hinweis: Wenn wir in den Portfolios von Cash sprechen, ist damit nicht eine eventuelle Rücklage gemeint. Diese findet keine Erwähnung, da sie unserer Meinung nach nicht zum Investieren da ist. Vielfach wird eine Rücklage zwischen 3 und 6 Monatsgehältern empfohlen. Das Kapital in den Portfolios ist nicht für Notfälle, sondern dafür da, gute Gelegenheiten zu nutzen. Das kann die Investition in ein spannendes Start-Up oder eine Einzelaktie, die ohne erkennbaren Grund gefallen ist, sein. Vielleicht erlebst du ja auch einen Immobiliencrash. Dann könntest du mit deinem Kapital eine günstige Eigentumswohnung ersteigern. Der Gesamtwert des Portfolios ist also nicht dein gesamtes Vermögen, sondern der Teil, den du nach diesem Portfolio investieren möchtest.

Wir wollen mit diesem Artikel inspirieren. Die vorgestellten Portfolios sollten auf keinen Fall zur Vorschrift werden. Mit der Zeit wirst du ein gutes Gefühl dafür entwickeln, welche Strategie du verfolgen möchtest und deine Portfoliostruktur natürlich entsprechend anpassen.

Portfolio 1: 70-30: Low risk, low return – Defensives Portfolio für Hochkonjunkturen

Low risk, low return, das ist das Motto unseres ersten Portfolios. 55 Prozent Cash und 15 Prozent in Gold und Silber sind sehr defensiv. Mit diesem Portfolio ist langfristig nicht die höchste Rendite zu erwarten. Hier geht es vor allem darum, einen Crash oder eine schwache Marktphase abzuwarten. Wenn die Kurse oder Immobilienpreise tief sind, wird es dann Zeit, den Kapitalanteil zu verringern. Vor allem in Zeiten überkaufter Märkte, kann sich Geduld und eine defensive Strategie allerdings durchaus auszahlen. Die ETFs, Immobilieninvestments und P2P-Kredite gleichen die Inflation aus und sorgen bei bedachter Auswahl der Anlagen für einen stetigen Vermögenswachstum. Dieses Portfolio wird vor allem in einer Hochkonjunktur interessant. Wenn der Markt regelmäßig Höchststände erreicht, kann das ein Zeichen dafür sein, dass er überkauft ist.

Die Strategie:

Portfolio planung Bei diesem Portfolio ist es vermutlich klug, die Märkte im Auge zu behalten. Um auch hier eine gute Rendite zu erzielen, ist vor allem Geduld erforderlich. Wenn die Kurse gefallen sind und sich ein vermeintlich guter Einstiegszeitpunkt bietet, heißt es: Rational bleiben. Da das absolute Tief kaum zu erahnen ist, macht es Sinn, sein Kapital nach und nach in verschiedene Anlagen zu investieren. Wer schnell nervös wird, könnte darüber nachdenken, den Kapitalanteil zu Beginn auf 60 oder 65 Prozent zu halten. Dies ist dann allerdings sehr defensiv und schlägt sich negativ auf die Renditeerwartung nieder.

Laut einem alten Sprichwort wird es Zeit zu verkaufen, wenn die Maurer und Putzkräfte in der Mittagspause über den Aktienmarkt sprechen und anfangen zu investieren. Dann könnte man beispielsweise seine Kursgewinne realisieren und wieder zum Ausgangsportfolio zurückkehren. Dieses Portfolio kann also auch für Spekulanten sehr interessant sein.

Portfolio 2: 50-50: Ausgeglichenes Portfolio – Gute Balance aus Risiko und Renditeerwartung

Hier möchten wir euch ein sehr ausgeglichenes Portfolio vorstellen. Ein Cash-Anteil von 40 Prozent, in Kombination mit 10 Prozent in Gold und Silber ist ein guter Ausgleich zu den renditestarken Anlagen. Dieses Portfolio kann in starken Marktphasen gute Renditen erzielen. Doch nicht nur das: Durch den recht hohen Cash-Anteil können auch schwache Marktphasen genutzt werden, um die ETF- und Immobilienpositionen aufzustocken. Auch die renditestarken P2P-Kredite sind zu einem etwas höheren Anteil vertreten, als im ersten Portfolio. Unser ausgeglichenes Portfolio hat in jeder Marktphase seine Vorteile.

Die Strategie:

Auch hier empfiehlt es sich, die Märkte im Auge zu behalten. Die Strategie des ersten Portfolios funktioniert, vorausgesetzt, sie wird richtig angewandt, auch hier. Dieses Portfolio wird in starken Marktphasen vermutlich besser performen, als unser erstes vorgestelltes Portfolio. Hier ist im Vergleich weniger Geduld erforderlich, da auch im Aufschwung gute Renditen erzielt werden können. Im Gegenzug sind allerdings auch die Verluste im Falle einer Rezession höher. Sollte es bergab gehen, hat man im Vergleich weniger Möglichkeiten, um Nachkäufe zu tätigen. Der Cash-Anteil ist trotzdem hoch genug, um die Positionen mit hoher Renditeerwartung in der Depression aufzustocken.

Portfolio 3: 25-75 High risk, high return: Hohes Risiko mit hoher Renditeerwartung

In einem Crash heißt es Ruhe bewahren – oder um es in den Worten von André Kostolany zu sagen: Durch den hohen Anteil an volatilen Anlagen ist dieses Portfolio nichts für zittrige Hände. Das Ziel ist es, im Aufschwung möglichst hohe Renditen zu erzielen. Durch die offensive Auslegung ist dies auch möglich, jedoch kann man eine Depression hier nur sehr schwer für sich nutzen. Je näher die Kurse am Boden sind, desto sinnvoller kann es sein, offensiv zu investieren. Wenn der Markt heiß läuft, wird es dann aber Zeit, etwas mehr in die Defensive zu gehen. Kursrückgänge von 50 bis 80 Prozent können das eigene Vermögen bei einer offensiven Anlagestrategie nur so dahinraffen. Um alte Kursstände zu erreichen können dann wieder viele Jahre vergehen. Doch trotz dieser Nachteile kann sich eine offensive Strategie in der richtigen Marktphase durchaus rentieren.

Die Strategie:

Dieses Portfolio ist definitiv nicht für jeden geeignet. Vor allem im Falle von Schwankungen muss man Ruhe bewahren können. Impulsives Verkaufen ist hier das Todesurteil. Wer sich für dieses Portfolio entscheidet, muss sich dessen bewusst sein. Sehr interessant für Anfänger sind die vielen verschiedenen Anlageformen. Wer sich mit diesen beschäftigt und lernt, was Kryptowährungen sind, worauf es bei Start-Ups ankommt und sich auch an Einzelaktien wagt, kann mit der Zeit ein sehr gutes wirtschaftliches Verständnis entwickeln.

Nun hast du drei verschiedene Portfolios und die dazugehörigen Strategien kennengelernt. So könnte man es machen. Eines sollte dabei vor allem hervorgehen: Das perfekte Portfolio gibt es nicht. Was im Moment Sinn macht, hängt immer von der aktuellen Marktphase ab. Welche Strategie du fahren solltest, kann dir niemand sagen. Weder wir, noch dein Bankberater. Du kannst dich selbst am besten einschätzen und weißt, was am besten zu dir passt. Das wäre doch ein gutes Schlusswort, wenn wir nicht von vier Strategien sprechen würden. Die vierte Strategie möchten wir dir natürlich auch nicht vorenthalten:

Die finale Strategie

steigendes Portfolio

Schritt 1: Wenn sich am Markt wieder neue Höchststände zeigen und er immer heißer läuft, wird nach und nach aufs 70-30 Portfolio umgeschichtet. Dann heißt es: Geduld bewahren. Niemand kann den Crash vorhersagen und vielleicht geht es auch noch einige Zeit weiter nach oben. Sollte es so sein, profitiert man selbst auch an seinen Anlagen. Auch wenn andere Anleger besser performen, wächst das eigene Vermögen stetig an.

Schritt 2: Irgendwann wird es wieder zu einer Rezession kommen. Sollte es so weit sein, fallen auch die Kurse. Bei starken Rückgängen wird abgewartet. Wenn sich alles wieder etwas gefangen hat, heißt es agieren. Nach und nach wird aufs 50-50 Portfolio umgeschichtet. Das passiert allerdings langsam, da es nur sehr schwer zu erahnen ist, ob sich die Kurse denn nun wirklich gefangen haben.

Schritt 3:Wenn sich der Markt nun wieder erholt und sich ein Trend abzeichnet, wird wieder umgeschichtet, diesmal aufs 25-75 Portfolio. Je stärker die Kurse anziehen, desto vorsichtiger wird man dabei.

Schritt 4:Wenn alles richtig gemacht wurde, wird es Zeit, erste Kursgewinne zu realisieren und zum 50-50 Portfolio zu wechseln.

Schritt 5:Entwickelt sich der Markt positiv und neue Hochstände zeichnen sich ab, ist es Zeit, von vorne anzufangen. Die nächste Umschichtung wird getätigt. Zeit, auf das defensive 70-30 Portfolio zu wechseln.

Dieser Ablauf erfolgt nicht innerhalb einiger Monate, sondern im Laufe von mehreren Jahren. Dabei ist häufig von einem 7- bis 10-Jahres-Zyklus die Rede.

So würden wir es zumindest machen. Die Praxis ist hierbei meist etwas komplexer als die Theorie. Nachkaufen, wenn die eigenen Anlagen um 50 Prozent oder noch mehr gefallen sind, kann vor allem mental durchaus eine Herausforderung sein. Genau hier unterscheidet sich auch die Spreu vom Weizen.

Unsere vierte Strategie wurde inspiriert vom Ei des Kostolany. André Kostolany war ein legendärer Spekulant, von dem wir auch heute noch sehr viel lernen können. Wer sich gerne weiterbilden möchte, um die Börse und deren Akteure besser zu verstehen, könnte mit “Die Kunst über Geld nachzudenken” von André Kostolany beginnen. Gerade, um ein besseres Verständnis für die Börse zu entwickeln, ist das Buch wirklich sehr empfehlenswert.

Als “sicher” geltende Anlagen

sicherste Die vorgestellten Portfolios beinhalten weder Unternehmens- noch Staatsanleihen. Auch diese können, je nach Kurs, durchaus interessant sein. Anleihen sind eine gute Alternative zum Kapital, allerdings hast du dadurch auch weniger Handlungsspielraum. Wenn du ein defensives Portfolio bevorzugst und nicht vorhast, in schlechten Zeiten Nachkäufe zu tätigen, könntest du darüber nachdenken, deinen Aktienbestand mittels Anleihen auszugleichen. Damit hast du zwar nicht die höchsten Renditeerwartungen, dafür hast du aber im Gegenzug eine als relativ sicher geltende Anlage in deinem Portfolio.

Die Psychologie schlechter Anleger

Ängstliche Anleger verkaufen gerne im schlechtesten Moment. In der Depression realisieren sie ihre Verluste, um nicht alles zu verlieren. Anschließend wird die Börse und der Kapitalismus verflucht. Dieser Zorn hält in der Regel, bis die nächste Hochkonjunktur ansteht. Gekauft wird dann wieder, wenn die Börse monatlich neue Hochstände meldet. Wo das Ganze hinführt, kannst du dir sicher denken. Hier fehlt es einfach an finanzieller Bildung.

Mach’ es besser. Vertraue nicht auf andere, sondern fang’ an, deine Finanzen in die eigene Hand zu nehmen. Nur du bist für deine finanzielle Situation verantwortlich!

Fang’ an, themenrelevante Bücher zu lesen, bilde dich weiter, probiere dich aus und bilde dir das Vermögen, das dir auch zusteht. Wir sind davon überzeugt, dass du es schaffen kannst. Viel Erfolg und ein gutes Händchen wünscht…
Money Jungle

Wir hoffen, dass du hier fündig geworden bist und wünschen viel Erfolg beim Umsetzen.

-Money Jungle-
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